Mary River Park - Kakadu Nationalpark
14. 10. 2013


Wie immer wurden wir um 6.30 h wach. Das Wetter war etwas bewölkt, aber es war draußen immer noch 26° warm. Wir hatten diese Nacht ohne Klimaanlage gut geschlafen. Wir machten uns fertig für die heutige Bootsfahrt auf dem Mary River. Etliche Wallabys waren schon unterwegs. Kurz vor der vereinbarten Zeit 7.30 h erschien die freundliche Angestellte und machte das Boot startklar. Ausführlich erklärte sie uns die Bedienung, sowie einige Besonderheiten des Flusses, der an einigen Stellen über nicht sichtbare Felsen und Sandbänke träge dahinfließt. Voller Erwartung fuhren wir stromaufwärts. In dem Bambushain in der Nähe hingen wieder zahlreiche fliegende Füchse mit dem Kopf nach unten.

Schon nach kurzer Zeit tauchte das erste Krokodil auf, ein Süßwasserkrokodil. Es lag reglos zwischen den Büschen am Ufer. Bald folgten noch weitere, insgesamt wohl 7 - 8. An einer Stelle lagen gleich 4 zusammen. Da wir sehr langsam fuhren, konnten wir aufmerksam die Ufer beobachten und so die manchmal ziemlich versteckten Tiere entdecken. Zahlreiche Darter konnten wir sehen, die meistens ihre ausgebreiteten Flügel in der Sonne trockneten, ebenso viele Reiher und einen Eisvogel (Forest Kingfisher).

Um 8.50 h erreichten wir das durch einen weißen Plastikkanister gekennzeichnete Ende der befahrbaren Strecke. Ich wendete das Boot und wir fuhren die gleiche Strecke wieder zurück. Kurz vorher hatte ich voraus einen großen grauen Felsen entdeckt. Als wir näher kamen, tauchte der Felsen schnell unter die Wasseroberfläche, es war ein ziemlich großes Salzwasser-Krokodilů

Inzwischen war die Sonne hinter den Wolken hervorgekommen und heizte uns tüchtig ein. Hunger hatten wir auch, so dass ich den Motor etwas beschleunigte und wir pünktlich um 9.30 h wieder am Anlegeplatz ankamen. Die fliegenden Füchse hingen immer noch faul im Bambushain. Tomoko kletterte als erste ans Ufer und befestigte das Boot mit einer Leine an einem dafür vorgesehen Holzpfahl. Dabei musste sie ganz gehörig ziehen, bis sie das geschafft hatte, gut Tomoko!

Ich brachte den Zündschlüssel zur Rezeption zurück. Tomoko hatte inzwischen mit den Vorbereitungen zum Frühstück begonnen. Wir hatten beide heute mächtig Hunger, Tomoko aß 3 Scheiben Toast und ich 5 !!! Nach dem Duschen packten wir alles zusammen und waren gegen 11.15 h startbereit. Weiter ging es auf dem Arnhem Highway nach Osten Richtung Kakadu Nationalpark. Nach einer halben Stunde sahen wir etliche schwarze Papageien die Straße überfliegen und in der Nähe auf einem Baum landen. Es waren Red-tailed Black-Cockatoos, die leider etwas zu weit saßen für ein gutes Foto. Weiter konnte man auch nicht gehen, da ein Zaun mit einem Schild "Militärisches Sperrgebiet" ein Weitergehen verbot.

Einige km weiter tauchten nochmals 2 Red-tailed Black-Cockatoos auf einem Baum direkt neben der Straße auf, die wir deutlich besser beobachten konnten. Kurz darauf erreichten wir die Grenze zum Kakadu NP. Am Aurora Kakadu Hotel hielten wir kurz und kauften zwei Eintrittspässe für den Park, je 25,- $, gültig für 14 Tage. Da ich etwas müde war von der Hitze, kaufte ich mir einen Cappuccino an einer Kaffeemaschine für 3,50 $, der aber nicht besonders gut schmeckte. Weiter ging es bis auf einmal ein Schild vor einer Abzweigung zum Mamukala Lookout auftauchte. Tomoko fühlte sich fit, so dass wir den 1 km langen Abstecher machten. Was uns erwartete war unbeschreiblich. Auf dem 100 m langen Weg vom Parkplatz hörten wir schon ein unbeschreibliches Konzert von verschiedenen Vogelstimmen, das uns die Hitze vergessen ließ. Am Hide angekommen waren wir sprachlos. Tausende von Wasservögel bevölkerten die von blühenden Lotusblumen bewachsene vor uns liegende endlose Fläche.

Abwechselnd schauten wir durchs Fernglas oder machten Fotos. Man kann den Eindruck mit Worten nicht beschreiben. Ein Löffler durchpflügte unaufhörlich den Untergrund nach Nahrung suchend. Des weiteren sahen wir noch: Plumed Whistling-Duck, Wandering Whistling-Duck, Glossy Ibis, Magpie Goose, Pied Heron, Black-winged Stilt, Red-kneed Dotterel, Radjah Shelduck, Australian Pelican, Comb-crested Jacana und weitere Wasservögel.

Wir konnten uns gar nicht satt sehen, so überwältigend war der Eindruck.

Irgendwann mussten wir aber weiter. Hinter dem Hide versteckten sich zahlreiche Little Corellas vor der unbarmherzigen Hitze im dichten Laub einiger Baumkronen. Wir waren auch froh, als wir unser klimatisiertes Auto wieder erreicht hatten. Weiter ging es Richtung Osten. Gegen 14.30 h erreichten wir Jabiru. Die im Internet empfohlene Bäckerei war schon von weitem durch einen riesigen Schriftzug zu erkennen. Hier kauften wir frisches Brot, einen ganzen Carrot Cake für die nächsten Tage, sowie zwei Stück Kuchen für den Nachmittagskaffee.

Leider war die Kaffeemaschine defekt, so dass wir den benötigten Kaffee in einem anderen kleinen Laden kauften und zusammen mit dem Kuchen im kühlen Auto verzehrten. Im benachbarten Supermarkt kauften wir noch Wasser sowie eine neue Pfanne, da die im Auto-Zubehör enthaltene ihren Griff zu verlieren droht. Wir verließen Jabiru auf dem Kakadu Highway Richtung Süden, machten aber am Ausgang noch einen kurzen Stopp im Visitor-Center, wo wir einiges Interessante über den Park und seine Besitzer, die Aborigines, erfuhren. Weiter ging die Fahrt Richtung Cooinda, 54 km weiter, wo wir übernachten wollten. Ein erster kräftiger Regenschauer ging hernieder. Nach insgesamt 200 km kamen wir um 17.00 h bei der Gogudju-Lodge in Cooinda an. Für 41,- $ pro Nacht buchten wir 2 Nächte auf dem dortigen Caravan-Park. Als wir zum Auto zurückgingen, regnete es heftig. Nach kurzer Zeit hörte der Regen aber wieder auf, so dass wir im Trockenen unser Abendessen einnehmen konnten. Heute bereitete Tomoko eine schmackhafte kalte Pasta mit viel Knoblauch, Tomaten und Avocado zu, die wir uns mit einem kühlen Bier schmecken ließen. Fernes Wetterleuchten und vereinzelte Blitze deuteten auf ein kommendes Gewitter hin, aber noch war das weit entfernt. Nach dem obligatorischen Spülen zogen wir uns ins Auto zurück. Ich schrieb den heute besonders langen Tagesbericht, Tomoko beschäftigte sich mit ihren heute gemachten über 400 Fotos. Unterdessen fing es plötzlich wieder an zu regnen, auch Donner war hin und wieder zu hören. Im geräumigen Auto machte uns das jedoch nichts aus. Mal sehen wie das Wetter morgen wirdů


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