Parry Creek Farm - Halls Creek
21. 10. 2013


Um 4.50 h waren wir wach und standen auch gleich auf. Gegen 5.15 h waren wir startbereit zu einer kleinen Beobachtungstour in die nähere Umgebung. Wir hörten schon viele Vogelstimmen. Heute fuhren wir zunächst ein paar km zum Parry River, der allerdings ausgetrocknet war. Nur ein kleiner Wassertümpel war zurückgeblieben. Hier war allerdings nicht allzu viel los außer zahlreichen Wallabys, die immer wie erstarrt wie Osterhasen sitzen blieben, wenn sie uns entdeckten, um dann schnell mit hastigen Sätzen zu verschwinden. Auf dem Weg sah Tomoko einen Triel (Bush Stone Curlew) regungslos am Wegesrand stehen. Dieser setzte sich plötzlich in Bewegung und mit ihm 3 weitere, die wir gar nicht gesehen hatten. Auch ein großer Schwarm Papageien (Galahs) flog vorbei. Hoch in einem Busch zeigte sich ein kleiner hellbrauner Vogel, höchstwahrscheinlich ein Jacky Winter.

Wir fuhren noch mal zum Marlgu Billabong. Nach ein paar km hielten wir an und stiegen aus. Diverse Tauben saßen in den umliegenden Bäumen. Ein Brown Falcon flog hoch über unsere Köpfe zurück zu seinem Nest in der Nähe. Dabei hielt er eine gefangene Eidechse in seinem Schnabel. Auch den quirligen Red-backed Fairy-wren konnten wir wieder sehen, sowohl drei Männchen wie auch mehrere Weibchen.

Auf dem weiteren Weg kreuzte eine Herde Kühe unseren Weg, fast alles Stiere mit kräftigen Hörnern, die aber schnell das Weite suchten, als wir anhielten um ein Foto zu machen.

Um 7.15 h erreichten wir den Hide. Heute war es wesentlich ruhiger hier. Wir packten unsere Sandwichs aus und frühstückten erst mal. Dabei kamen zwei Brolgas aus dem Dickicht heraus ans Wasser. Der eine fing an zu tanzen, sprang dabei in die Höhe und küsste sein Weibchen. Ich holte schnell meine Videokamera, doch als ich zurückkam, war der Tanz leider schon zu Ende und sie suchten beide im sumpfigen Wasser nach Nahrung.

Tomoko versuchte eine Gruppe Pratincoles zu fotografieren, die allerdings sehr weit entfernt waren. Auch ein großer Schwarm Flock Bronzewings schwirrte in der Luft. Am Wasserrand tranken zeitweise 8 "Eulensumpfis", wie wir sie scherzhaft nannten (Double-barred Finch), sowie weitere Finken (Star Finch, Zebra Finch, Masked Finch und Pictorella Mannikin).

Gegen 8.00 h verließen wir den Hide wieder und fuhren zurück. Kurz bevor wir unseren Campingplatze erreichten, sahen wir auch wieder die Gruppe Brolgas an einem kleinen Billabong. Diesmal zählten wir 19 Tiere. Viele verschiedene Finken waren auch wieder da, sowie der kleine quirlige Red-backed Fairy-Wren, der sich sehr schwer fotografieren lässt. Zurück am Campingplatz aß ich noch 2 Toast und trank einen Kaffee dazu. Dann wurde eingepackt. Nach einer erfrischenden Dusche sagten wir auf Wiedersehen. Wir hatten hier drei wirklich erlebnisreiche erholsame Tage verbracht, vielleicht die bisher schönsten der Reise. Bevor wir uns auf den Weg über den Northern Highway nach Halls Creek im Süden machten, machten wir noch einen kleinen Abstecher ins etwa 15 km entfernte Wyndham, einem kleinen Ort im Norden an der Küste inmitten von Mangroven. Der Ort machte einen ziemlich trostlosen Eindruck auf uns. Ein merkwürdiges Verbotsschild wies auf Beschränkungen beim Alkoholgenuss hin. Ein riesiges Krokodil aus Beton zierte den Ort, vor dem einige Aborigines gemütlich im Schatten einiger Bäume saßen.

Um 10.45 h fuhren wir endgültig los. Der nächste Ort auf der Streck ist Warnum, den wir kurz vor 13.00 h erreichten. Außer einer Tankstelle gab es hier nichts Besonderes. Ich nutzte die Gelegenheit wieder vollzutanken zum stolzen Preis von 2,13 $ pro Liter. Auf dem Highway war wenig Verkehr. Für eine Hauptverbindungsstraße wirkt er ziemlich schmal. Hin und wieder kam uns mal ein Road Train entgegen. Die zahlreichen Brücken über trockene Flüsse waren teilweise nur einspurig befahrbar.

Die Termitenhügel neben der Strecke hatten eine dunkelbraune Farbe und waren wesentlich breiter und kugeliger wie die, die wir bisher gesehen hatten. Der Himmel war zeitweise ziemlich bewölkt, doch es war mit 38° ziemlich heiß. Um 13.50 h machten wir auf einem kleinen Parkplatz eine Kaffeepause, allerdings mit laufender Klimaanlage im Auto.

Halls Creek erreichten wir um 15.30 h. Es gab hier eine Bäckerei, wo wir Brot kauften. Nebenan gibt es einen Supermarkt (IGA).

Als wir beide hineingingen und ich mich noch einmal umschaute, sah ich wie ein älterer Typ, ein Aborigine, um unser Auto herumschlich, dabei aufmerksam durch die Seitenscheibe den Inhalt musterte. Ich ließ Tomoko alleine den Laden betreten und ging zum Auto zurück. Der Typ bemerkte mich und schlurfte davon. Ich setzte mich auf eine Bank draußen vor den Laden. Da kam eine ältere Frau auf mich zu und wollte in ziemlich unfreundlichem Ton Geld haben. Ich war fast versucht, mein Portemonnaie zu zücken und ihr 1 oder 2 $ zu geben, als sie meinte, sie wolle 20 $ haben. Als ich abwehrte, wollte sie nur noch 10 $ haben. Diese unverschämte Art ärgerte mich so, dass ich ihr gar nichts gab und in den Laden ging und Tomoko bat, sich mit ihrem Einkauf zu beeilen. An der Kasse wurde gerade eine neue Hilfskraft ausgebildet, die keine Ahnung vom verschiedenen Gemüse hatte, die Tomoko auf das Band gelegt hatte. So dauerte es ewig, bis alles erledigt war. Nun aber schnell ins Auto und weg von hier. Überall lungerten merkwürdige Gestalten herum. Ich hatte ein Schild gesehen, 2 km bis zum Caravan Park. Schnell fuhren wir los. In der Hektik verpasste ich eine Abfahrt, so dass wir wieder außerhalb der Ortschaft landeten. Ich wendete das Auto und endlich fanden wir den Platz. Der war rundum mit hohem Stacheldrahtzaun gesichert. Als wir aber an der Rezeption freundlich empfangen wurden, legte sich meine innere Unruhe, obwohl die Besitzerin uns riet, alle Wertsachen mit ins Auto zu nehmen. Die Übernachtung kostete 34,- $. Der Platz war ziemlich leer, nur in einem Bereich campierten Dauergäste. Wir fanden einen Stellplatz in der Nähe des Eingangsgebäudes nicht weit von den Waschräumen entfernt. Ich schloss alles an und Tomoko begann gleich mit Kochen. Ich fing derweil schon mal mit meinem Tagesbericht an und trank ein Bier mit Entelchen dazu, bis Tomoko meldete, das Essen ist fertig. Ich war ganz überrascht, hatte sie doch ein schmackhaftes japanisches Menu zusammengestellt. Es gab kalte Cha-Soba (japanische Buchweizennudeln mit grünem Tee), dazu gebratene Süßkartoffeln und Frühlingszwiebeln. Auch Wasabi, Nori-Blatt und geriebener Rettich fehlten nicht, sehr lecker. Tomoko hatte diese Schätze im Organic Store in Darwin gekauft. Es war inzwischen 18.00 h geworden und die Dunkelheit war hereingebrochen. Die Abendluft duftete nach wohlriechenden Blüten von einem Baum in der Nähe. Ein Polizeiauto kam auf den Campingplatz und fuhr langsam eine große Runde. Es scheint doch nicht so ganz sicher hier zu sein, na, schauen wir malů Ich spülte nach dem Essen alles schmutzige Geschirr in einer Spüle vor der Camping-Küche. Anschließend zogen wir uns ins Auto zurück. Ich beendete meinen Tagesbericht, Tomoko arbeitete mit ihrem Netbook. Danach duschten wir noch beide. Dabei stellten wir fest, dass sich das Licht nur durch einen Bewegungsmelder vor der Eingangstür einschaltete. Mitten im Duschen ging plötzlich das Licht aus. Gut, dass ich meine Taschenlampe dabei hatte. Tomoko, die etwas früher als ich duschte, hatte leider keine Lampe dabei und musste mal kurz nach draußen gehen um wieder Licht zu habenů Gegen 21.15 h gingen wir schlafen.


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