Monkey Mia
09. 11. 2013


Wir haben es tatsächlich geschafft um 5.30 h aufzustehen. Es war kurz vor Sonnenaufgang, als wir zu einer kleinen Morgenwanderung auf einem Rundweg in der Nähe aufbrachen. Der Wind hatte sich gelegt und es war angenehm kühl. Tomoko ging schon voraus, fand aber irgendwie den richtigen Weg nicht. Gegen 6.00 h erreichte ich die kleine Holzhütte zur Vogelbeobachtung, wo wir uns treffen wollten. Auf dem Weg hatte ich ein paar Ziegen gesehen, darunter ein männliches Tier mit gewaltigen, etwas Schreck einflößenden Hörnern. Auch einen Chiming Wedgebill hatte ich gesehen, wie er am Boden schnell hin und her lief und nach Futter suchte, leider zu weit für meine Kamera.

Am Hide selbst war es ruhig. Der davorliegende Pool war ausgetrocknet. Im Sand hoppelte ein Kaninchen herum. Außerdem schien mir die aufgehende Sonne direkt ins Gesicht, so dass ich kaum etwas erkennen konnte. Um 6.15 h kam auch Tomoko an. Ich hatte mir langsam schon Sorgen gemacht. Sie hatte schon etliche Vögel gesehen, u.a. einen Spiny-cheeked Honeyeater und einen White-browed Babbler. Gemeinsam gingen wir den Trail ein Stück weiter. Dabei konnten wir zahlreiche Thick-billed Grasswrens beobachten, die sich mehr schnell am Boden bewegten, als dass sie flogen. Diese Vogelart kommt nur in dieser Gegend vor.

Auf einer kleinen Anhöhe nahmen wir beide im noch kühlen roten Sand Platz und beobachteten die Umgebung. Von dort sahen wir im Sand einen Chiming Wedgebill herumlaufen. Auch mehrere Singing Honeyeaters waren zugegen. In einiger Entfernung saß hoch auf einem Ast ein Crested Bellbird.

Wir folgtem dem Trail noch ein kleines Stück, kehrten dann aber auf halbem Weg um, da wir die in Kürze beginnende Delfin-Fütterung am Strand nicht verpassen wollten. Die Sonne stand uns jetzt im Rücken, was für unsere Beobachtungen sehr hilfreich war. Einige Variegated Fairy-wrens konnten wir noch sehen, sowohl Männchen als auch Weibchen.

Gegen 7.30 h waren wir zurück am Strand, wo sich jetzt nach und nach über 100 Leute versammelten, die die Delfin-Fütterung beobachten wollten. Einige Delfine (Bottlenose Dolphins) schwammen schon ganz nah am Ufer vorbei.

Eine Rangerin erzählte pausenlos etwas über die Delfine. Man hatte fast den Eindruck, als ob sie Zeit schinden wolle. Wir verstanden wenig. Die Fütterung ließ leider auf sich warten. Währenddessen machten wir zahlreiche Fotos vom Bootssteg aus.

Als aber auch nach einer halben Stunde des Wartens keine Fütterung stattfand, gingen wir zu unserem Stellplatz zurück und machten Frühstück. In der Nähe tauchte wieder der neugierige Emu von gestern auf. Tomoko hatte schon richtige Sorgenfalten auf der Stirn, aber der Emu zog ab,ohne etwas von uns zu wollen. Tomoko fühlte sich etwas erschöpft und legte sich auf die Sitzbank im Auto. Ich spülte schnell das Geschirr und machte dann das Auto fahrbereit, da wir um 10.00 h unseren Platz wechseln mussten. Mit der weiter im Auto hinten liegenden Tomoko fuhr ich die rund 80 m langsam bis zu unserem neuen Stellplatz. Da hier irgendjemand sein Auto dort widerrechtlich geparkt hatte, ging ich zur Rezeption und beschwerte mich.Eine freundliche Angestellte des Caravan Parks rief die betreffende Person an und hinterließ eine Nachricht, dass das Auto entfernt werden müsse. Tomoko war inzwischen wieder wach und arbeitete an ihrer Übersetzung. Ich fing schon mal mit meinem Tagesbericht an. Draußen wurde es währenddessen immer heißer bis 40° erreicht waren, gut dass wir eine Klimaanlage im Auto hatten. Nun wurde es aber Zeit, mal ein Bad in der Bucht zu nehmen. Ich setzte mich einfach bis zum Hals ins kühle Wasser, das vollkommen still war, keine Brandung, noch nicht mal kleine Wellen. Ein Pelikan kam wieder wie gestern ganz nah vorbeigeschwommen. Fast hätte ich ihn mit den Händen berühren können. Hin und wieder sah ich auch einen Stachelrochen bedenklich nahe kommen, die aber wie man mir sagte nicht gefährlich sind. Zwischendurch ging ich immer mal zum Auto zurück, wo ich einen Schlauch an die Wasserleitung angeschlossen hatte, mit dem ich das Meereswasser abspülen konnte. Auf dieser kurzen Distanz von vielleicht 100 m war ich bei Ankunft am Auto schon wieder fast trocken, bei einer Luftfeuchtigkeit von ca. 10% kein Wunder. Zur obligatorischen Kaffeezeit machte Tomoko diesmal Pfannkuchen, sehr lecker. Zwischendurch ging ich mal zur Rezeption und kaufte einen Gutschein fürs Internet, das in unserem Auto zu empfangen war. 450 MB kosteten 10,- $, mal sehen wie lange das ausreichtů Gegen 17.00 h gingen wir beide zum Bootssteg. Eine kleine Meeresschildkröte war zu sehen. Das Federkleid einiger Schwalben (Welcome Swallows) leuchtete in der schon tiefstehenden Nachmittagssonne.

Ansonsten blieb es aber ruhig. Wir studierten die aufgehängten Informationen über die Delfine, die alle einen Namen hatten. Auch ihr Stammbaum war genau aufgeführt. Die Mitarbeiter hier erkennen die einzelnen Tiere ganz genau an ihren unterschiedlichen Merkmalen wie verschiedene Formen ihrer Rückenflosse, sowie unterschiedliche Verletzungen usw. Es war auch jetzt am frühen Abend noch sehr heiß. Der Wind wehte heute nur schwach. Wir gingen wieder zurück und Tomoko fing an zu kochen. Heute gab es Pasta, für mich mit Lachs. Einige Möwen waren sehr interessiert und belagerten uns förmlich. Man musste höllisch aufpassen, dass sie nicht auf den Tisch flogen und unser Essen stahlen. Ich hatte unser Auto parallel zum Meer positioniert, nachdem der Besitzer des auf unserem Platz geparkten Autos sein Fahrzeug weggefahren hatte. So saßen wir bei wieder auffrischendem Wind im Windschatten mit herrlichem Blick auf das Meer.

Wir saßen noch eine Weile zusammen, tranken unseren Weißwein und genossen die jetzt warme Luft mit Blick auf den Mond und die Sterne. Irgendwann gegen 20.00 h räumten wir das Geschirr zusammen und ich fing an zu spülen. Danach schrieb ich noch mein Tagebuch fertig. Unsere Bilder schauten wir auch noch an. Gegen 21.30 h gingen wir wieder früh schlafen.


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