Singapore
21. 11. 2013


Gegen 7.00 h wurde ich wach. Tomoko schlief noch fest. Als sie endlich erwachte, erfuhr ich, dass sie während der Nacht nur mit Hilfe von einigen Baldrian-Pillen etwas schlafen konnte. Dementsprechend müde war sie noch. Wir standen aber trotzdem auf und gingen wieder rüber zu "Costa" frühstücken. Diesmal bestellten wir zusätzlich zum Toast und Cappuccino noch ein Mandelhörnchen (Almond Croissant), sehr lecker. Nach dem Frühstück fuhren wir zum Botanischen Garten. Vor einigen Jahren hätte man dazu ein Taxi oder den Bus nehmen müssen, inzwischen ist die neue U-Bahn-Linie Circle Line in Betrieb, die dort vorbei führt. Leider befindet sich die Haltestelle in der äußersten Ost-Ecke des Botanischen Gartens, einer etwas unattraktiven Stelle, von wo man einen relativ langen Fußmarsch bewältigen muss, um z.B. zum Visitor Center oder zum Orchid Garden zu kommen. Wir marschierten aber tapfer durch die schwüle Hitze. Auch Tomoko kam erstaunlich gut mit ihrem lädierten Fuß voran. Als wir eine Bank fanden, legten wir trotzdem eine kleine Verschnaufpause ein.

An einen großen Teich mit großen Seerosenblüten und -blättern trafen wir auf zahlreiche Heliconia-Pflanzen, deren Blüten mich immer wieder faszinieren.

Kurz vor Erreichen des Orchid Gardens sahen wir, wie einige Leute intensiv in einen Busch schauten und fotografierten. Als wir näher kamen, sahen wir den Grund. Eine giftgrüne Baumschlange (höchstwahrscheinlich nicht giftig) wand sich um einen dünnen Ast, verharrte dort aber fast bewegungslos. Wir machten ein paar Fotos und gingen weiter.

Am Orchid Garden angekommen, schaute sich Tomoko zunächst mal im Souvenir-Shop um. Sie suchte nach einem neuen Hut. Tatsächlich gab es noch das gleiche Modell, das sie sich vor ein paar Jahren hier gekauft hatte und dann mir überlassen hatte. Nachdem sie den Hut gekauft hatte, lösten wir die Tickets für den Orchid Garden, für den eine Eintrittsgebühr von S$ 5,- erhoben wird. Ich wurde gefragt, ob ich älter als 60 Jahre bin. Als ich bejahte, brauchte ich nur 1,- $ zu bezahlen. Wir fanden 5,- $ schon nicht teuer, aber nur 1,- $...


Die Sammlung an farbenprächtigen Orchideen ist einmalig schön. Wir erfreuten uns an herrlichen Formen und Farben, sehr eindrucksvoll. Ich machte viele Fotos. Aber auch Bäume und Grünplanzen mit gewaltigen Blättern waren sehr eindrucksvoll.

Immer wieder luden Bänke zum Verweilen ein, teilweise auch einfache mit Moos überzogene Steine. Eine Eidechse kreuzte unseren Weg, die aber wieder sehr schnell in den dichten grünen Pflanzen verschwand. Einmal gingen wir weiter, als uns ein freundlicher Herr ansprach und fragte, ob die Kamera dahinten auf der Bank uns gehöre. Ja sowas, da hatte ich doch tatsächlich meine Kamera auf einer Bank liegen lassen... Ich bedankte mich vielmals, da hatten wir aber mächtiges Glück gehabt...

An einer Stelle gab es ein verglastes "Cool House", in dem Orchideen aus kälteren Regionen gezeigt werden, unter anderem auch fleischfressende Kannenpflanzen. Das ist schon irgendwie merkwürdig. Im Stuttgarter Zoo Wilhelma werden Orchideen in extra verglasten Räumen gezeigt, die besonders beheizt und mit feuchter Luft angereichert sind. Hier im tropischen Singapore baut man ein "Cool House"

Die feuchtheiße Luft, teilweise in praller Sonne, ließ uns mächtig schwitzen. Gegen Mittag waren wir ein wenig erschöpft, aber anstatt ein Taxi zu nehmen gingen wir den ganzen Weg wieder bis zur U-Bahn-Station zurück. Das war wohl ein Fehler, denn obwohl wir Wasser dabei hatten und fleißig tranken, kamen wir fix und fertig dort an. Wir waren froh, als wir endlich die klimatisierte U-Bahn erreicht hatten und zurückfuhren. Leider mussten wir auf der gesamten Strecke stehen. Zurück im Hotel duschte ich erst mal, Tomoko nahm ein Bad. So einigermaßen erfrischt gingen wir hinüber zu "Costa" und aßen beide ein großes leckeres Stück Carrot Cake. Der Cappuccino dort ist wirklich sehr zu empfehlen. Anschließend bummelte Tomoko noch ein wenig, während ich zum Swimming Pool des Hotels ging und es mir Zeitung lesend auf einer Liege gemütlich machte. Das Wetter war sonnig, von angeblicher Regenzeit keine Spur. Nach dem dicken Kuchen heute Nachmittag gingen wir etwas später zum Abendessen wieder in die Restaurant-Etage der Raffles City Mall. Tomoko aß hier ein koreanisches Gericht "Kimchi-Ramen", ich bestellte ein auf einer sehr heißen Platte serviertes chinesisches gebratenes Rindfleisch mit Gemüse, beides sehr lecker. Vorher hatten wir in einem kleinen Supermarkt zwei Dosen Tiger Bier gekauft, das hervorragend dazu passte.

Als wir zum Hotel zurückgingen, waren am Himmel dichte Wolken aufgezogen, aus denen am Horizont heftige Blitze zuckten, die aber ziemlich weit entfernt waren, so dass wir kaum Donner hörten. Vergeblich bemühten wir uns ein brauchbares Foto davon zu machen. In der Lobby des Hotels hatte man inzwischen einen mächtigen Weihnachtsbaum aufgestellt.

Zurück im Zimmer machten wir es uns gemütlich bei Fernsehen und noch einem Bier, das Tomoko im Kühlschrank hatte. So verging die Zeit bis wir müde wurden und gegen 21.00 h schlafen gingen.


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