19.06. Bryce Canyon

Früh um 6:30 Uhr schien die Morgensonne vom strahlend blauen Himmel in unser Zimmer. Schnell aufgestanden und zum Frühstück, diesmal in einem richtigen Restaurant. Tomoko bestellte Pancakes und ich zwei Spiegeleier mit Hash Browns (Kartoffeln), Sausage und Toast. Leider gab es eine unerfreuliche Sache zu besprechen. Tomokos Eltern gefiel das einfache Zimmer im Hotel nicht, außerdem fanden sie drei Nächte im Bryce Canyon zu langweilig. Lieber wollten sie noch den Zion Nationalpark besuchen (Empfehlung eines japanischen Reiseführers). Nach dem Frühstück dann wieder eine Planänderung, sie wollten jetzt doch in Bryce bleiben, aber für die dritte Nacht ein besseres Hotel suchen. Also fuhren wir los und konnten tatsächlich ein Zimmer im " Best Western Ruby's Inn" finden.

Nachdem das geschafft war, fuhren wir in den Nationalpark zum Sunset Point und begaben uns auf den Navajo Trail, der in engen Serpentinen steil nach unten führte, sehr eindrucksvoll.

Nachdem wir die Talsohle erreicht hatten, ging es durch lichte Pinien bei herrlichem Wetter weiter. Der Himmel war wolkenlos und hatte wegen der Höhe von 2450 m eine tiefblaue Farbe, ein wunderbarer Kontrast zu den orangefarbenen Hoodoos des Canyons und den grünen Pinien.

Insgesamt 5 km wanderten wir so 3 Stunden (von 10:00 bis 13:00 Uhr). Den letzten Aufstieg zum Sunrise Point schafften wir auch trotz der Höhe ohne Probleme. Wir sahen einige Steller's Jay, Mountain Bluebird, Clark's Nutcracker, Townsend Warbler, Pygmy Nuthatch und zahlreiche Erd- und Streifenhörnchen.

Jetzt war es langsam Zeit für ein Picknick. Am Parkplatz fanden wir einen Tisch unter den Pinien und packten unsere am Morgen bei Subway's gekauften Sandwichs aus. Wir hatten mächtig Hunger. Anschließend fuhren wir noch ein Stück weiter die Straße entlang, machten noch einige Stopps an Ausblicken in den Canyon.

Besonders vom Bryce Point hatten wir noch mal einen atemberaubenden Blick ins so genannte Amphitheater, für Tomoko leider wegen ihrer Höhenangst nicht geeignet. So langsam wurden wir müde und machten uns auf den Heimweg. In der Nähe des Sunrise Points entdeckten wir plötzlich auf einer Wiese vier Präriedogs, putzige kleine Tiere, die hier im Nationalpark geschützt sind. Nach zahlreichen Fotos hielten wir noch kurz beim Visitor Center und fuhren dann zum Motel zurück.

Gegen 20:15 Uhr kamen wir dort an und machten noch einen kleinen Spaziergang. Die untergehende Sonne verlor wegen der klaren Höhenluft nicht an Strahlkraft. Unsere Schatten wurde länger und länger, bestimmt 70-80 m lang. Dann war die Sonne endlich gegen 20:53 Uhr verschwunden, nur die Wolken erstrahlten noch hell. In der Ferne leuchteten die felsigen Berge des Escalante Stairways Monuments noch schwach rosig. Bester Stimmung kehrten wir ins Zimmer zurück, schrieben noch ein wenig und gingen dann schlafen.




20.06. Bryce Canyon - Zion NP - Bryce Canyon 368 km

Ich hatte leider schlecht geschlafen, so war ich um 6:45 Uhr noch ziemlich müde, als Tomoko mich weckte. Wir schafften es aber dennoch um 7:15 Uhr beim Frühstück zu sein. Tomokos Eltern saßen schon am Tisch. Es gab beim Auschecken von Tomokos Eltern und der Stornierung der dritten Nacht ein kleines Verständigungsproblem, da Mutter die Kreditkarten verwechselt hatte. Nachdem das geklärt war, konnten wir um 8:40 Uhr losfahren. Bei Subway's holten wir uns vorher noch Sandwichs fürs Mittagessen. Nach dem schönen Wetter gestern, heute wieder ein grauer wolkenverhangener Himmel. Glücklicherweise regnete es nicht.

Nach zügiger eineinhalbstündiger Fahrt erreichten wir den Osteingang des Zion Nationalparks. Am Checkerboard Mesa machten wir ein erstes Foto. Der Berg heißt so wegen der schachbrettartigen Muster, die sich durch Erosion gebildet haben. Durch den eine Meile langen Tunnel ging es weiter in den tiefer liegenden Teil des Nationalparks. Wir waren von den gewaltigen rotbraunen Felswänden beeindruckt. Allerdings herrschte reger Ausflugsverkehr. Am Visitor Center waren alle Parkplätze belegt. Somit beschlossen wir, uns zu trennen. Tomokos Eltern fuhren für 4 Stunden (von 11:00 Uhr bis 15:00 Uhr) mit dem Shuttle Bus in den Hauptteil des Zion Nationalparks, der seit ein paar Jahren für private PKWs gesperrt ist, während Tomoko und ich uns für die Kolob Terrace Road entschieden, eine einsame Straße, die den Park erstmal verlässt, bevor sie später nach einem großen Bogen wieder hineinführt.

Wir folgten der Straße etwa 30 km bis zum Anfang des Hop Valley Trails. Unterwegs hielten wir mehrmals an und fotografierten die prachtvollen Wüstenblumen, die hier zahlreich blühten. Da es zunächst ein paar Regentropfen gab, aßen wir unsere Sandwichs im Auto. Anschließend wanderten wir eine knappe Stunde auf dem Trail,

jetzt wieder bei Sonne. Wir sahen einen Spotted Towhee, der fröhlich singend auf einem Ast saß. Dann war es Zeit zurückzufahren. Bei einem Kaffeestopp an einer Tankstelle sahen wir auf einem Dach einen Raben sitzen, der von einem viel kleineren Kingbird attackiert wurde. Der Rabe ließ sich jedoch nicht von seinem Platz verjagen. Pünktlich um 15:00 Uhr kamen wir wie verabredet am Visitor Center an, wo Tomokos Eltern schon auf uns warteten. Gemeinsam machten wir uns wieder auf den Rückweg. Gegen 17:15 Uhr kamen wir bei unserem Motel an, luden die Koffer von Tomokos Eltern ins Auto und brachten sie zum Best Western Hotel, wo sie die letzte Nacht am Bryce Canyon verbrachten. Tomoko und ich fuhren anschließend sofort zum dem Restaurant, wo wir schon am ersten Abend gegessen hatten. Wieder wählten wir mexikanische Burritos, wieder sehr lecker. Als Tomoko ein Bier bestellte, wurde sie allen Ernstes gefragt, ob sie denn schon 21 Jahre alt sei. Wir schauten beide etwas verblüfft drein, mussten dann aber lachen. Nach dem Essen fuhren wir müde zum Zimmer zurück, duschten und ruhten uns aus. Zu zweit ist auch mal wieder schön...




21.06. Bryce Canyon - Las Vegas 429 km

Nach dem Frühstück um 7:00 Uhr, bei dem Tomoko und ich beide Pancakes aßen, packten wir die Koffer und fuhren gegen 8:45 Uhr zum Best Western Hotel, um Tomokos Eltern abzuholen. Bei schönem Wetter machten wir uns auf den Weg Richtung Las Vegas.

Wir fuhren zunächst über Duck Creek. Kurz vorher sahen wir ein Fischadler-Nest, in dem zwei Fischadler saßen. Ein Turkey Vulture kreiste auch in der Luft, sowie kurze Zeit später ein Wanderfalke. Die Straße führte durch saftige Wiesen und schattige Wälder immer höher bis auf über 3000 m (genau 3005 m). Dann ging es abwärts durch den Cedar Canyon bis nach Cedar City (nur noch knapp über 1000 m). Hier erreichten wir den Freeway I-15, dem wir nach Süden circa 47 Meilen bis St.George folgten. Im dortigen Pizza-Hut-Restaurant aßen wir zu Mittag. Danach fuhren wir über den alten Highway US-91 weiter nach Süden. Die Temperaturen hatten inzwischen 36° erreicht, nach kühlen 12° in den Bergen. Unterwegs sahen wir einen American Kestrel, einen Red-tailed Hawk, mehrere Turkey Vultures und einen Ash-throated Flycatcher. In Littlefield / Arizona erreichten wir wieder den Freeway I-15. In zügiger Fahrt ging es jetzt weiter Richtung Las Vegas. An der Grenze zu Nevada, in Mesquite, besorgten wir uns einen Kaffee um der aufkommenden Müdigkeit zu begegnen. Die Klimaanlage hielt uns einigermaßen frisch. Die Uhren mussten wir wieder 1 Stunde zurückstellen. Gegen 16:00 Uhr erreichten wir Las Vegas. Bei der Sahara Avenue verließen wir den Freeway und fuhren den gesamten Las Vegas Boulevard hinunter, auf dem mächtig viel Verkehr herrschte. Seit unserem letzten Aufenthalt hier vor drei Jahren sind wieder einige neue Hotels hinzugekommen, und es wird immer noch weiter gebaut. Endlich erreichten wir das Hotel Luxor. Das Einchecken ging schnell. Diesmal wohnten wir in East Tower. Die Zimmer sind hier 20$ teurer, aber schöner und geräumiger als in der Pyramide. Aus dem Fenster hatten wir einen schönen Blick auf den "Strip". Insgesamt war die Lage hier erfreulich ruhig, abseits vom allgemeinen Trubel. Nach kurzer Rast machten wir einen "Spaziergang" durchs "Excalibur", "New York" bis zum "MGM Grand" auf der Suche nach einem Restaurant für das Abendessen, doch wir fanden nur Fastfood oder superteure Snob-Restaurants. Also beschlossen wir das Buffet im Luxor zu nehmen. Nach insgesamt 3 km Wanderung kamen wir hungrig dort an. Es schmeckte wieder hervorragend, auch Tomokos Eltern waren zufrieden. Anschließend gingen wir aufs Zimmer, schrieben Tagebuch und dann gegen 21:30 Uhr schlafen.




22.06. Las Vegas - Death Valley - Las Vegas 526 km

Die Sonne weckte uns gegen 5:30 Uhr. Obwohl sie gerade erst über den Horizont schaute, war ihr Licht bei der klaren Wüstenluft schon strahlend hell. Gemütlich warteten wir noch bis 7:15 Uhr und gingen zum Frühstück. Um 9:30 Uhr wollten wir zum Death Valley abfahren. Nachdem wir uns noch mit reichlich Trinkwasser versorgt hatten, konnten wir um 9:45 Uhr losfahren. Die Temperatur lag schon über 30°. Es ging zunächst durch wüstenähnliche Landschaft mit zahlreichen Joshua-Trees, den für die Gegend hier typischen Wüstenpflanzen. Nach circa 1 Stunde erreichten wir Pahrump, wo ich nochmal voll tankte. Die Straße wurde immer einsamer und die Temperatur kletterte immer höher.

Nach einer weiteren Stunde erreichten wir dann das Death Valley, einen der im Sommer heißesten Plätze der Erde. Ein erster Stopp am Zabriskie Point eröffnete uns einen herrlichen Ausblick auf die hügelige, in allen Gelb-und Brauntönen leuchtenden Landschaft. Wir tranken viel Wasser. Dann fuhren wir zum Visitor Center, das sich circa 50 m unterhalb des Meeresspiegels befindet. Die Sonne brannte jetzt heiß vom wolkenlosen Himmel, knapp unter 40°. Wir machten ein kleines, kurzes Picknick, bevor die Hitze uns wieder in das durch die Klimaanlage angenehm kühle Auto trieb. Etliche kleine White-tailed Antilope Ground Squirrels und eine Collared Dove (Türkentaube) schauten uns neugierig zu. Nun fuhren wir zum "Devils Golf Course",

einer Stelle in der Ebene, wo sich im Laufe der Jahrtausende eine dicke Salzschicht abgelagert hatte, die durch Erosion eine bizarre Oberfläche bekommen hat. Weiter ging's zum "Badwater", der mit 85 m unter dem Meeresspiegel tiefsten Stelle im Death Valley. Eine weiße Salzfläche erstreckt sich von hier weit bis zum Horizont. Inzwischen zeigte das Thermometer 41°, zu heiß um lange herum zu wandern. Als nächstes fuhren wir über den Artist Drive.

Hier konnten wir, besonders am Aussichtspunkt "Artist Palette", die bunten Erdschichten in Pastellfarben rot, gelb, braun, grün und weiß bewundern. Weiter ging's zum Devils Cornfield und den Sanddünen, alles hervorragende Fotomotive.

So langsam wurden wir müde. Tomoko und ihre Eltern stiegen noch mal bei den ehemaligen Borax-Förderstellen aus und besichtigten auf einem kleinen Trail die dort ausgestellten Arbeitsgeräte und Maschinen. Allzu lange blieben sie jedoch nicht, da es viel zu heiß war. Allmählich wurde es Zeit zurückzufahren. Wir brauchten etwa zweieinhalb Stunden bis wir wieder in Las Vegas ankamen. Nach einer erfrischenden Dusche trafen wir uns im Restaurant zum letzten Abendessen auf dieser Reise. Tomokos Vater hatte am Morgen schon für uns vier jeweils einen Buffet-Tagespass für 29,90 $ gekauft, mit dem man Frühstück, Mittagessen und Abendessen bekommt. Obwohl wir das Mittagessen nicht eingenommen hatten, war der Preis günstiger, als wenn wir dafür einzeln bezahlt hätten. Nach diesem heißen Tag gingen wir früh schlafen.




23.06. Las Vegas - Chicago - Frankfurt - Stuttgart - Esslingen

Früh um 7:00 Uhr mussten Tomokos Eltern schon zum Flughafen fahren. Da der Schalter zum Checkout im Hotel erst ab 8:00 Uhr besetzt war, mussten wir sehr zum Ärger von Tomokos Vater den Express-Checkout wählen, wobei man einfach ein Papier mit Zimmernummer und Namen ausfüllt und in einen dafür vorgesehenen Briefkasten wirft. Grummelnd ließ er diese Prozedur über sich ergehen. Nach einem herzlichen Abschied am Hoteleingang, wo ein Taxi auf die Eltern wartete, gingen Tomoko und ich zum Frühstück. Anschließend hieß es auch für uns, Koffer packen und zum Flughafen. Die Rückgabe des Autos verzögerte sich etwas. Man beanstandete bei Hertz, dass das Aute übermäßig innen verschmutzt sei und wir deshalb 50 $ extra zahlen mussten. Na ja, es sah wirklich etwas unordentlich innen aus, diverse Zeitschriften und viel Schmutz am Fußboden hatten wir zurück gelassen, so dass wir den Aufpreis akzeptierten. Der Abflug nach Chicago erfolgte pünktlich und nach ca. 3 ½ Stunden erreichte wir Chicago, wo wir die Boarding Pässe für den Anschlussflug nach Frankfurt erhielten. Dieser Flug hatte ca. 40 min Verspätung, da offensichtlich ein herzkranker Passagier nicht mitfliegen durfte und erst sein Gepäck ausgeladen werden musste. Dann ging es endlich los und nach 8 ½ Stunden landeten wir doch noch ziemlich pünktlich in Frankfurt. Hier nahmen wir unser Gepäck in Empfang und begaben uns zum Fernbahnhof, da unsere Weiterreise nach Stuttgart mit dem Zug erfolgte. In Stuttgart angekommen hatten wir gleich Anschluss nach Esslingen. Müde, aber glücklich , erreichten wir dann gegen 17:00 unsere Wohnung in Esslingen. Die Reise insgesamt war super und wir werden sicher irgendwann nochmals nach USA fliegenů

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