18.05. Flinders Ranges (Rawnsley Caravan Park) - Arkaroola (Gammons Ranges)

Kurz vor 7.00 Uhr standen wir auf. Wenige Minuten später blitzten die ersten Sonnenstrahlen über den Kamm des östlich gelegenen Gebirges. Für unser Frühstück bereiteten wir diesmal Toast in der Küche des Campingplatzes vor, ebenfalls heißes Wasser für Kaffee und Tee. Es gab 2 Toaster. Der eine war leider so eingestellt, dass 2 schwarze verkohlte Toastscheiben heraussprangen. Da wir leider die volle Packung im Auto gelassen hatten, musste ich nochmals zurück 2 neue Scheiben holen. Den Honig trugen wir wieder sehr dünn auf, der muss noch einige Tage reichen. Nach dem Frühstück machten wir um 8.15 Uhr wie gestern wieder einen kleinen Spaziergang in die nähere Umgebung. Am Himmel tauchten erste Wolkenfelder auf. Das Wetter wird doch wohl hoffentlich schön bleibenů. Im strahlenden Morgenlicht waren wieder viele Papageien in ihrem prächtigen farbigen Federkleid zu sehen (Mulga Parrot, Red-rumped Parrot, Galah).

2 Kängurus schauten misstrauisch von der anderen Seite des kleinen Baches zu uns herüber. An einem tropfenden Wasserhahn versuchte ein Australian Ringneck zu trinken. Wir gingen wieder in die gleiche Richtung wie gestern zum Kangaroo Gap Lookout, aber diesmal blieben wir zusammen. In einem Busch mit leuchtend gelben Blüten suchte ein Yellow-throated Miner nach Futter.

Ein Chestnut-capped Babbler zeigte sich in einem Strauch. Nach wenigen Minuten entdeckten wir auch zwei schon gestern gesuchte, aber nicht ganz leicht zu findende Short-tailed Grasswren, die sehr quirlig sich bei einem kleinen Strauch bewegten, leider so weit, dass Tomoko kein gutes Foto gelang. Weiter sahen wir noch Spiny-cheeked Honeyeater, Inland Thornbill, Red-capped Robin, Yellow-plumed Honeyeater und Singing Honeyeater.

Mit steigender Sonne wurde es zusehends wärmer. so dass wir die oberste Kleidungsschicht mal ablegten. 2 Kängurus hüpften in einiger Entfernung davon, höchstwahrscheinlich Western Grey Kangaroos.

Um kurz vor 10.00 Uhr kamen wir nach insgesamt gewanderten 2,2 km wieder beim Auto an. Tomoko spülte noch schnell das Frühstücksgeschirr, während ich schon alle Sachen ins Auto packte. Ein Australian Ringneck in einem Baum über mir sah mir dabei zu. Um 10.35 Uhr waren wir startbereit und machten uns auf die 230 km lange Strecke Richtung Arkaroola in den Gammon Ranges. Vorher tankte ich noch das Auto voll. Nach 10 Minuten stoppten wir schon wieder, da direkt an der Straße auf einem Baumwipfel ein Adler (Wedge-tailed Eagle) saß, wunderschön von der Morgensonne angestrahlt. Wir fuhren weiter, wobei wir immer wieder Kängurus und Emus neben der Straße entdeckten. Kurz vor 12.00 Uhr erreichten wir nach 78 km Blinman, einen kleinen Ort am nördlichen Rand der Flinders Ranges. Unmittelbar vor dem Ortseingang tauchte wieder eine Gruppe Emus auf, die langsam die Straße überquerte und dann in die trockene, staubige Landschaft weiterzog.

In Blinman machten wir eine kleine Kaffeepause im Wild Lime Café, wo wir uns zusätzlich zum obligatorischen Cappuccino für ein Quandong-Törtchen mit Vanilleeis entschieden, köstlich. Quandong wird auch wilder Pfirsich genannt, schmeckt aber mehr nach Pflaume. Die Frucht ist nicht sehr ergiebig und daher ziemlich teuer. Wie uns die freundliche Café-Besitzerin, eine Deutsche, sagte, kostet sie im Einkauf ein Kilo dieser Früchte 66,- AUS$. Daher war der Preis von 7$ für ein Törtchen durchaus angemessen. Um 12.40 Uhr beendeten wir die kurze Pause, fuhren 2 km zurück und bogen dann auf die 152 km lange unbefestigte Straße nach Arkaroola ab. Auf dieser Strecke gibt es keinerlei andere Ortschaft mehr, nur staubige Piste. Gleich zu Anfang identifizierten wir einen jungen Kuckuck (Fan-tailed Cuckoo).

Kurze Zeit später kreisten zwei Adler (Wedge-tailed Eagle) in der Luft. Dann nochmals rund zehn Emus und noch zwei Adler. Mehr Adler und Emus folgten noch im weiteren Verlauf der Strecke. An einer Stelle haben wir das Geheimnis der am Straßenrand liegenden Kürbisse gelüftet. Dies beschäftigte uns schon seit ein paar Tagen. Mehrfach hatten wir neben der Straße kleine Kürbisse liegen sehen und wir fragten uns, ob wohl irgendjemand diese weggeworfen hatte. Doch es handelt sich ganz einfach um eine wilde Kürbisart.

Die Früchte waren teilweise angefressen, dienen also aller Wahrscheinlichkeit nach manchen Tieren als Nahrungsquelle. Die Fahrt war insgesamt doch ziemlich anstrengend. Immer wieder kleine Steigungen und enge Kurven, dabei wechselte der Untergrund ebenfalls häufig, mal Geröllpiste, dann wieder Waschbrett. Immer wieder mussten wir trockene Flussbette durchqueren, wobei es teilweise über dicke Steine ging. Hoffentlich halten die Reifen das durch... Zu allem Überfluss hatte es seit Wochen nicht mehr geregnet, so dass wir eine riesige Staubwolke hinter uns herzogen.

Insgesamt kamen uns auf den gesamten 152 km nur 3 Autos (davon eins stehend mit Reifenschaden) und eine Gruppe von 4 Motorrädern entgegen.

Um 15.15 Uhr erreichten wir die Abzweigung nach Arkaroola. Von hier aus waren es noch 32 km bis zum Ziel, das wir um 15.45 Uhr erreichten. Insgesamt waren wir 229 km gefahren, davon 152 km auf unbefestigter Piste. Auf dem dortigen relativ einfach eingerichteten Campingplatz fanden wir einen schönen Platz mit Blick in die nahen Berge. Unser Auto war über und über mit orangerotem Staub bedeckt. Durch die hintere Tür war der Staub auch ins Innere gelangt und hatte alles mit einer feinen Staubschicht bedeckt, die ich zunächst mal wegputzen musste. Tomoko begann sogleich das Abendessen zu kochen. Heute gab es gebratene Glasnudeln in Limetten-Oyster-Sauce mit Gemüse, für mich noch angereichert mit einigen Fleischstückchen. Ich trank mit Entelchen ein Bier, so machten wir Mund und Schnabel frei von Staub. Es war nicht so kalt wie die letzten Abende, so dass wir draußen essen und der untergehenden Sonne zuschauen konnten. Währenddessen färbte sich der Himmel allmählich dunkelrot.

Die Wolken, die heute tagsüber teilweise aufgezogen waren, verschwanden wieder vollständig, so dass sich ab 18.00 Uhr ein sternenklarer Himmel über uns erstreckte. Arkaroola verfügt auch über ein Observatorium, wo man die Sterne beobachten kann. Mal sehen, vielleicht schauen wir morgen da mal vorbei. Nach dem obligatorischen Spülen des Geschirrs im Waschraum des Campingplatzes zogen wir uns ins vom Heizgerät wohlig angewärmte Innere unseres Autos zurück und begannen mit unserer gewohnten allabendlichen Tätigkeit, Tagebuch schreiben und Fotos sichten. Wir machten noch ein wenig Planspiele für die nächsten Tage. Die anstrengende Fahrt hatte uns jedoch so müde gemacht, dass wir früh schlafen gingen.


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