11.05. Deep Creek CP - Waikerie

Um 6.00 Uhr wurden wir schon wach. In der Nacht hatte es zeitweise heftig geregnet. Es war noch stockdunkel. Wir massierten uns gegenseitig ein wenig, um die Kälte etwas zu bekämpfen, die uns während der Nacht trotz unserer warmen Schlafsäcke in die Glieder gefahren war. Um 6.45 Uhr öffneten wir die hintere Autotür und vertraten uns etwas die Beine. Schnell kümmerten wir uns ums Frühstück. Die restliche heiße Suppe von gestern Abend tat uns gut. Gegen 8.00 Uhr waren wir mit Einpacken fertig und fuhren los. Heute standen rund 200 km Autofahrt auf dem Programm. Zunächst wollten wir in Adelaide unsere Essensvorräte ergänzen und noch ein paar Utensilien, wie eine kleine Thermoskanne, Lutschbonbons gegen rauhen Hals und ein paar warme Kniestrümpfe kaufen. Die Sonne schien, aber die Luft war noch kalt. Die ersten km waren unbefestigte Straßen. Immer wieder sahen wir Kängurus und viele Rosellas, die teilweise so lange auf der Straße sitzen blieben, dass wir manchmal Mühe hatten ihnen auszuweichen.

Hauptsächlich aber waren es Schafe, die immer wieder rechts und links von der Straße in den großflächigen Wiesen grasten. Um 9.30 Uhr fanden wir in Aldinga eine Tankstelle, die einigermaßen vernünftige Preise hatte. Wir tankten beide Tanks voll (insgesamt 112 Liter Diesel à AUS$ 1,52, insgesamt AUS$ 170,60). Somit brauchte unser Auto auf 100 km 11,62 Liter, was ja gar nicht so übel war für eine 8-Zylinder-Maschine. Um 10.00 Uhr erreichten wir Adelaide. Nach einigen kleinen Missverständnissen mit unserem GPS hatten wir gegen 10.20 Uhr unseren Organic Supermarkt gefunden. Tomoko kaufte nach Herzenslust Vorräte ein (Pasta, Linsen, Polenta, Basmati-Reis Kaffee, Brot usw.), während ich mir in der Zwischenzeit einen leckeren Cappuccino gönnte. Doch auch Tomoko bekam noch Ihren Cappuccino, zusätzlich aß sie sogar noch eine Orange-Mandel-Schnitte mit Bärchen, leckerů Nun wollten wir noch in die große Shopping-Mall an der Diagonal Road. Wir hatten zunächst Schwierigkeiten diese zu finden. Ich bog trotz Tomokos Hinweis zu früh ab, aber nach einigen Wendemanövern fanden wir sie schließlich doch. Hier machten wir unsere "Morgenwanderung". Diese Mall ist einfach riesig. Trotzdem fand Tomoko alles, was sie sich vorgenommen hatte zu kaufen. Um 12.30 Uhr waren wir endlich wieder startbereit für die Weiterfahrt nach Waikerie, einer Stadt etwa 100 km nordöstlich von Adelaide. Nach ca. 50 Minuten für 28 km, einigen Großbaustellen und viel Verkehr, hatten wir endlich die Außenbezirke von Adelaide erreicht. Über Gawler ging es weiter auf der A20. Die Landschaft wurde allmählich immer trockener, einer Savanne ähnlich. Die Wolken wurden immer kleiner.

Gegen 14.35 Uhr, etwa 50 km vor Waikerie, begann eine Zone, in die man kein frisches Gemüse und Obst einführen darf. Man möchte verhindern, dass eine schädliche Insektenart, eine Fruchtfliege, eingeführt wird. Vorsorglich hatten wir unsere letzte Banane gegessen und unseren Müll in einer Mülltonne am Straßenrand entsorgt. Um 15.10 Uhr erreichten wir den Ortsrand von Waikerie. Der relativ kleine Ort liegt am Murray-River, die Gegend nennt sich Riverland. Wir durchquerten zahlreiche Orangenhaine und Weinberge. Ziemlich schnell fanden wir nach insgesamt 190 gefahrenen km den örtlichen Caravan-Park, wo wir einen Stellplatz mit Strom- und Wasseranschluss für 26,- AUS$ bekamen. Wir luden nur schnell unsere Campingmöbel aus und fuhren um 15.30 Uhr noch mal in die Stadt zurück zum Woolworth-Supermarkt, wo wir das uns noch fehlende Obst und Gemüse einkauften, das wir ja in diese Gegend nicht mitbringen durften. Als wir auch das erledigt hatten, fing Tomoko gleich mit den Vorbereitungen fürs Abendessen an, das ziemlich schnell fertig war. Es gab Pasta aglio e olio und einen großen Griechischen Bauernsalat. Vorher hatte ich mit Entelchen ein kühles Bier getrunken, das wir auch im Liquor-Store von Woolworth gekauft hatten, ziemlich teuer.

Ein 6-Pack australisches Bier kostete dort 16,- AUS$, ca. € 2,20 pro 0,33-Liter-Dose !!! Nach dem Essen nahmen wir beide eine heiße Dusche, die erstaunlich kräftig war. Um 18.00 Uhr war es bereits stockdunkel. Die Außentemperatur kam uns nicht so kalt vor wie auf Kangaroo-Island. Wie immer schrieb ich noch Tagebuch. Tomoko schaute Fotos und schrieb noch etwas, ebenfalls Tagebuch. Danach gingen wir früh schlafen.

12.05. Waikerie - Gluepot Reserve

Kurz nach 6.00 Uhr wurden wir wach, blieben aber noch eine Weile in den warmen Schlafsäcken liegen. Tomoko hatte sich alles Mögliche angezogen, da ihr kalt war. Tatsächlich betrug die Temperatur im Auto nur 10°. Beim ersten Sonnenstrahl wagte ich es als erster aus dem Auto zu klettern und in den Waschraum zu gehen. Dann wieder Frühstück um 7.45 Uhr. Tomoko aß wieder Suppenreste zum Aufwärmen. Ein riesiger Schwarm Galahs, so um die 200 Vögel, kreiste kreischend über unseren Köpfen. Ein Vogel (Yellow-throated Miner) suchte auf dem Dach des Autos etwas zum Picken. Auch einige Papageien, die wir noch nicht kannten, saßen in den Bäumen. So langsam stieg die Sonne am Horizont hoch und ihre Strahlen fingen an etwas zu wärmen. Um 8.45 Uhr waren wir mit Frühstück und Einpacken fertig und fuhren los. Heute lag nur eine relativ kurze Strecke, so um die 70 km vor uns. Wir wollten in ein sehr einsames Gebiet fahren, Gluepot Reserve, dass für seinen Vogelreichtum bekannt ist. Am Ortseingang kauften wir noch ein Brot, sowie 2 Stück Kuchen und fuhren hinunter zum Fluss Murray.

Den Fluss überquerten wir um 9.00 Uhr mittels einer kleinen Autofähre, die kostenlos war. Gleich dahinter erstreckte sich eine interessante Flussuferlandschaft. Ein Kookaburra begrüßte uns. 10 Minuten weiter entdeckte Tomoko wieder Papageien, die gleichen wie schon vorher am Campingplatz, ein Pärchen Yellow Rosella. Etwas weiter eine weitere Papageienart, 2 wunderschöne Australian Ringnecks.

Immer wieder machten wir Halt, weil weitere Vögel unseren Weg kreuzten. Gegen 10.00 Uhr erreichten wir die Abzweigung nach Gluepot. Von hier ging eine unbefestigte rote Sandstraße über 50 km bis zum Ziel. Dies war eine erste Bewährungsprobe für unseren TOYOTA Landcruiser. Die Straße war über weite Strecken ein einziges Waschbrett und wir wurden gehörig durchgeschüttelt. Dazwischen immer wieder sandige oder sehr steinige Abschnitte, die für die grobstolligen Reifen unseres Autos aber kein Problem darstellten. Mehrmals musste Tomoko aussteigen um ein quer die Straße sperrendes Gatter aufzumachen, insgesamt 4 x, das fünfte Gatter stand offen.

Um 11.00 Uhr, nachdem wir etwa die Hälfte der Rüttelstrecke hinter uns gebracht hatten, machten wir am Straßenrand eine kleine Kaffeepause. Wir packten Tisch und Stühle aus. Die Ruhe tat wirklich gut. Wir aßen unsere mitgebrachten Muffins, die auch nach 2 Tagen noch hervorragend schmeckten. In der Ferne hüpften drei Kängurus über die Straße. Einige Vögel ließen sich blicken (Southern Scrub-robin, Spiny-cheeked Honeyeater), alle aber ziemlich scheu.

Nach einer halben Stunde beendeten wir unsere Pause und machten uns auf die letzten 25 km bis zum Ziel, das wir um 12.05 Uhr erreichten. Wir waren überrascht, dass hier mitten in der Wildnis ein Visitor-Center stand, das wertvolle Informationen über das Gebiet und die reiche Vogelwelt bot. Das ganze Gebiet verfügt über drei Campingplätze, die weit verstreut in der Wildnis liegen. Sie verfügen alle über Toiletten, haben aber weder Strom noch Wasser und auch keine Möglichkeiten, Müll zu entsorgen. Wir fuhren einfach mal langsam los über den Track Nr.8 in Richtung Osten. Nach kurzer Zeit tauchte der erste Campingplatz "Babbler" auf. Hier stand nur ein einziges Zelt. Da wir auch die anderen Plätze sehen wollten, fuhren wir langsam weiter. Immer wieder stoppten wir, da sich ständig Vögel zeigten, darunter viele neue Arten. Nach einer halben Stunde erreichten wir den nächsten Campingplatz "Bellbird". Dieser Platz war komplett leer und da hier etliche Vögel in der Nähe zwitscherten und uns die einsame Lage (wir waren die einzigen Gäste) sehr gefiel, beschlossen wir, hier zumindest für eine Nacht zu bleiben.

Wir stellten unser Auto ab und machten lediglich ein paar Schritte in die nähere Umgebung. Tomoko gelangen wieder etliche schöne Vogelfotos, die wir anschließend an Hand unseres Vogelbuches identifizierten. Unter anderem waren das: White-browed Treecreeper, Striated Pardalote, Chestnut-rumped Thornbill, Yellow-rumped Thornbill, Spiny-cheeked Honeyeater, White-eared Honeyeater, Yellow-plumed Honeyeater, Red-capped robin, Hooded Robin, Southern Scrub-robin.

Das Wetter war schön, die Sonne schien recht häufig, aber die Luft blieb ziemlich kühl. Letzte Woche gab es hier sogar schon den ersten Frost. Mal sehen wie das diese Nacht wird. Ich befestigte wie immer die Markise am Auto. Die Campingmöbel brauchen wir hier nicht, da wir uns einen Platz ausgesucht hatten, der über einen Picknicktisch mit Bänken verfügte. Gegen 16.00 Uhr begann Tomoko zu kochen. Heute gab es Gemüsesuppe mit Kohl, Linsen, Veggie-Sausage, Karotten, Kartoffeln, dazu Brot und Käse, sowie für mich eine dicke Schinkenscheibe. Um 16.45 Uhr war das Essen fertig. Wir nahmen unsere Plätze am Picknicktisch ein und aßen mit großem Appetit.

Dabei schauten wir zu, wie die Sonne langsam hinter den Bäumen unterging und dabei die Landschaft in ein traumhaftes Abendlicht tauchte. Um 18.00 Uhr war es stockdunkel und wir machten es uns in unserem Auto gemütlich. Tagebuch schreiben und Bilder sichten war noch zu tun. Ansonsten genossen wir einfach die herrliche Ruhe in unserer Umgebung. Früh um 20.15 Uhr gingen wir schlafen.


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