San José - Puerto Viejo
23.04. 2014


Gegen 4:00 h wurde ich erstmals wach und fühlte mich schon durchaus ausgeschlafen. Während ich noch so vor mich hin döste, erwachten draußen bei noch völliger Nacht schon die ersten Vögel und begannen zu zwitschern. Beim ersten Dämmerungslicht standen wir auf und öffneten die Vorhänge unseres Zimmers. Einige Vögel flatterten schon umher, u.a. einige Clay-colored Robins. Dieser Vogel, eine Drossel-Art, ist in Costa Rica besonders häufig und gilt trotz seines schlichten Aussehens als Nationalvogel. Er singt allerdings sehr schön. Zu Hause haben wir in der Küche eine Uhr mit Vogelstimmen, wo dieser Vogel auch enthalten ist. Auch ein erster Great Kiskadee, dem auf unserer Reise noch viele folgen sollten, war zu sehen und gegeisterte uns mit seiner leuchtend gelben Farbe.

Vor dem Frühstück wanderten wir ein wenig in den mit dichten Mangobäumen bewachsenen Anlagen des Hotels herum. Überall hingen dicke saftige Mangos, verschiedene Sorten in unterschiedlichen Größen und Farben. Auch einige Eichhörnchen kletterten schon durch die Bäume.

Es war noch bewölkt aber trocken und mild. Gegen 6:30 h bekamen wir Hunger und begaben uns zum Frühstück. Ein kleines Buffet war aufgebaut mit Gallo Pinto (Reis mit schwarzen Bohnen)dem Nationalgericht und Rührei, sowie diverses Obst wie Bananen, Mangos, Ananas, Melone... Alles schmeckte sehr gut, besonders das Obst war reif und schmeckte dadurch besonders intensiv. Wir aßen uns richtig satt. Anschließend gingen wir noch ein wenig umher und fotografierten fleißig.

Nach einer erfrischenden Dusche packten wir unsere Koffer. Um 10:00 h soll unser Mietwagen ans Hotel geliefert werden, mal sehen ob das klappt. Wir hatten noch etwas Zeit, so dass ich schon mal mit Tagebuch anfing. Am geöffneten Fenster unseres Zimmers wurde es merklich wärmer. Die Sonne kam langsam durch und schien uns direkt ins Zimmer. Gegen 10:20 ging ich mal zur Rezeption um zu sehen, was unser Mietwagen macht. Die freundliche junge Dame dort telefonierte mit Europcar. Es gäbe eine kleine Verzögerung mit der Auslieferung, in 10 - 15 Minuten sei das aber Auto da. Es wurde dann aber doch 11:10 h als das Auto, ein nagelneuer Toyota RAV 4x4 automatic, gebracht wurde. Der Agent von Europcar entschuldigte sich vielmals für die Verspätung, na ja, wir hatten es ja nicht besonders eilig. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, luden wir unser Gepäck ins Auto und fuhren los Richtung Puerto Viejo, unserem heutigen Reiseziel an der karibischen Küste. Ich hatte mein GPS programmiert. Es zeigte auch die Richtung an durch enge Gassen von Alajuela und die Vorstädte von San José. Uns fielen sofort die hohen Zäune und starken Gitter um die Häuser auf. Der Verkehr war ziemlich chaotisch, doch wir kämpften uns tapfer voran.

Irgendwann fiel mir auf, dass mit unserer vom GPS gezeigten Richtung etwas nicht stimmte. Als ich anhielt und mal etwas näher hinschaute, stellte ich fest, dass wir weit entfernt vom gewünschten Kurs waren. Ich hatte kurz nach der Abfahrt auf den Knopf "Strecke neu berechnen" gedrückt und das Gerät hatte ein völlig andere Strecke berechnet, nicht durch den Braulio Carillo Nationalpark, sondern über Cartago und weiter über Turrialba. Wir waren schon zu weit auf dieser neuen Route vorangekommen um noch mal den Kurs zu ändern. Also folgten wir der vorgeschlagenen Strecke, auch wenn diese insgesamt rund 30 km länger war. Hinter Cartago verließen wir das Hochtal und eine schmale Straße wand sich in engen Serpentinen hoch in die Berge. Das Wetter war noch warm und sonnig. Wir durchfuhren zahlreiche Zuckerrohrplantagen. Mehrfach wurden wir durch schwere Lastwagen (Container Transporter) oder Traktoren mit Zuckerrohr beladenen Anhängern aufgehalten.

In Siquirres trafen wir auf die Straße Nr.32, unsere ursprünglich geplante Strecke. Von hier an war die Straße etwas breiter und da wir jetzt die Berge verließen auch weniger kurvenreich. Das Landschaftsbild änderte sich zunehmend. Wir durchquerten zahlreiche Bananenplantagen, die den großen bekannten Firmen wie DelMonte, Chiquita, Dole usw. gehören. Die Bananenstauden waren mit blauen Plastiksäcken verhüllt, in die Insektenschutzmittel eingeführt werden. Ich konnte auch 2 Flugzeuge beobachten, die niedrig über die Plantagen flogen und Pestizide versprühten. Warnschilder am Straßenrand bestätigten das. Je mehr wir uns Limon an der Karibikküste näherten, um so scheußlicher wurde das Straßenbild. Kilometerlang standen große Container am Straßenrand, alle beschriftet mit den Namen der großen Obstkonzerne. Die Zahl der Lastwagen nahm ständig zu, je näher wir der Küste kamen. Wir waren froh, als wir endlich Limon erreichten und nach Süden abbogen.

Ab hier wurde der Verkehr sehr ruhig und nach kurzer Zeit hatten wir die Plantagen hinter uns gelassen. Stattdessen umgab uns dichter Dschungel. Der Himmel war inzwischen stark bewölkt und es regnete teilweise. Wir passierten Cahuita und den gleichnamigen Nationalpark. Jetzt waren es nur noch 20 km bis Puerto Viejo, unserem heutigen Ziel. Am späten Nachmittag kamen wir dort an. Puerto Viejo ist ein typischer Badeort mit zahlreichen Bars, Restaurants, kleinen Hotels und Lodges sowie natürlich zahlreichen Touristen. Wir hatten etwas Mühe die "Cabinas Kire" zu finden, die von einem Deutschen, dessen Vater in Esslingen als Friseur arbeitet, und seiner costaricanischen Frau betrieben werden. Es gibt nur 2 Bungalows, ein weiterer ist vor kurzem den aggressiven Termiten zum Opfer gefallen. Es war alles sauber und geräumig, allerdings auch sehr einfach eingerichtet. Ein Kühlschrank und Kochvorrichtung sind vorhanden. Im Schlafzimmer ist ein großes Moskitonetz übers Bett gespannt. Dort gibt es auch einen Ventilator, den wir uns wegen der tropischen Temperaturen auch im Wohnzimmer gewünscht hätten. Nachdem wir unsere Sachen aus dem Auto geräumt hatten, gingen wir ins kleine Restaurant vorne an der Straße. Tomoko hatte leider Migräne. Das Essen war sehr lecker, Gemüse mit Reis und für mich noch etwas gebratenes Schweinefleisch. Ein große Krabbe, die sich offensichtlich verirrt hatte, tauchte zwischen den Stuhlbeinen auf, verschwand aber bald wieder Richtung Strand.

Es war sehr heiß und schwül. Da wir früh müde wurden, zogen wir uns in unseren Bungalow zurück und gingen bald schlafen. Der Ventilator blies zwar kräftig, doch das Moskitonetz war so dicht, dass kaum ein Luftzug bis zu uns durchdrang, so dass wir auf einen Schlafanzug verzichteten.


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