Das Frühstück um 8 Uhr war wie immer gut. Dann kam die positive Überraschung beim checkout. Die Gesamtrechnung (3 Tage Übernachtung, 3x Frühstück, einiges an Bier und Säften, 1 dickes Eis) betrug alles zusammen nur 392 RM (ca. 84,-€)!!! Dann ging es los, zunächst 80km Autobahn bis Ipoh, dann eine relativ neue Straße hinauf in die Berge, die Cameron Highlands. Die Straße schlängelte sich in vielen Kurven bis auf eine Höhe von 1610 m. Die tropische Hitze des Flachlandes hatten wir hinter uns gelassen und es umgab uns eine angenehme Temperatur von vielleicht 20-22°. Der Urwald wurde mehr und mehr von Plantagen durchbrochen (Gemüse, Obst, vor allem Erdbeeren und Blumen). Die kurvenreiche Straße senkte sich langsam wieder bis auf 1460m. Das erste Dorf, das wir erreichten, Kampung Raja, war ziemlich hässlich. Hunderte Autos drängten sich auf der engen Straße. Die Leute strömten in die einzelnen Märkte und Shops zum Einkaufen. Wir kamen nur mit Mühe voran. Nach weiteren 25km erreichten wir schließlich gegen 13h Tanah Rata, die größte Stadt der Cameron Highlands. Auf der Suche nach einem Hotel fiel uns das "Heritage Hotel", 4 Sterne, auf, wo man uns ein schönes Zimmer für 2 Nächte anbot. |
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Das Hotel liegt sehr schön auf einem Hügel mit weitem Blickfeld über das Tal. Da wir das Zimmer erst gegen 15 Uhr beziehen konnten, fuhren wir noch ein wenig weiter nach Süden. Hier sahen wir alsbald die riesigen Teeplantagen, für die die Gegend bekannt ist. An einem kleinen See machten wir halt, da aber außer einer einzelnen Seeschwalbe nichts besonderes zu sehen war, fuhren wir wieder zurück, um uns in einem der hier an der Straße liegenden "Tee-Restaurants" einen wohlschmeckenden Tee mit Kuchen zu genehmigen. Dabei fing es plötzlich wie aus Kübeln an zu gießen, so dass ein kleiner Spaziergang in die Teeplantagen buchstäblich ins Wasser fiel. |
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Gegen 15h bezogen wir dann unser Zimmer. Als der Regen endlich aufhörte, ging Tomoko in den kleinen Garten und fand da auch gleich einige neue Vögelchen: Everettbrillenvogel (Everett's White-eye), Schwarzkehl-Nektarvogel männlich und weiblich (Black-throated Sunbird). Ich schaute ein wenig Internet. Gegen 18:45h gingen wir dann zum Abendessen , das in unserem Zimmerpreis enthalten war. Es fand in einem chinesischen Restaurant statt. Es gab chinesisches "Steam-Boat". In einem großen Topf mit 2 Hälften, der auf einem kleinen Gasbrenner auf dem Tisch stand, wurden 2 Suppen (Tom-Yam-Suppe und Hühnerbrühe) erhitzt. Dahinein füllten wir verschiedene Fleischstücke, Garnelen, Gemüse, Nudeln und Ei und ließen das Ganze ein paar Minuten kochen. Die Bedienung, eine freundliche Chinesin, half uns dabei. Die 3 Tiger-Bier, die wir dazu tranken, fanden wir mit 57 RM (ca. 12€) im Verhältnis zum Essen ein wenig teuer. Alles schmeckte aber unglaublich gut und ließ uns die ungewohnte Kälte (nur ca. 15°) fast vergessen. Tomoko saß mit Pullover da und fror trotzdem. Sie träumte von ihrer Wärmeflasche zu Hause. Na ja, in einer Höhe von fast 1500m ist die Temperatur halt deutlich niedriger als an der Küste. Gegen 20:15h waren wir dann wieder auf dem Zimmer, schrieben Tagebuch und planten für den nächsten Tag….. |
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Es glückte Tomoko trotzdem, ein paar neue Vogelarten zu fotografieren: Schattenschmätzer männlich und weiblich (White-tailed Robin) sowie Silberohr-Sonnenvogel (Silver-eared Mesia). Nach ca. 1 Stunde beschlossen wir umzukehren. Dies war der richtige Zeitpunkt, denn als wir wieder beim Auto ankamen, ging ein kräftiger Regenschauer nieder. Wir beschlossen, das Tal hinunterzufahren (8 km) und dann eine Abzweigung zur BOH-Teeplantage zu nehmen. Diese Straße war sehr schmal und schlängelte sich in zahlreichen engen Windungen den Berg hinauf. Die Kurven waren teilweise sehr unübersichtlich und es gab Hinweisschilder mit der Aufforderung, die Autohupe zu betätigen. Hier war das Wetter wieder herrlich sonnig. |
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Um 7:30h wurden wir wach. Das Wetter sah gut aus, obwohl die Bergspitzen um uns herum noch von einigen dunklen Wolken verhüllt waren. Das Frühstück war wieder gut (gebratene Nudeln, Reissuppe und Obst). Kleine Spätzchen flogen durch die offenen Fenster in den Frühstücksraum und pickten an den Speiseresten, die auf einigen Tischen verblieben waren. |
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Rotbrustpirol (Black-and-crimson Oriole), Rostkappendrossel (Chestnut-capped Thrush), Schweiftimalie (Long-tailed Sibia). Wir bewegten uns höchstens 100 m, aber es gab wirklich unglaublich viel zu sehen. Auch einige kleine Streifenhörnchen turnten durch die Wipfel. Wir vergaßen die Zeit. Erst als die Sonne langsam sank, und es merklich kühler wurde, brachen wir auf und fanden ein kleines einfaches Restaurant, wo wir Reis mit Fisch und Hühnchen aßen, sowie nur Wasser tranken, alles zusammen für 20 RM (4,20€). Zurück im Hotel gegen 20:10 h nahmen wir erst mal ein Bad, bevor es dann wieder ans Tagebuch schreiben und Bilder schauen ging. Wir beschlossen, mindestens 3 Nächte hier zu bleiben. Gegen 22:00 h fielen wir müde ins Himmelbett….. |
Beim Aufwachen gegen 7:30 h sah das Wetter gut aus, deshalb schnell zum Frühstück. Es gab Mangosaft, Spiegeleier mit Wurst und Speck, sowie Toast, Croissants, Butter und Marmelade. Gegen 9:45 h erließen wir das Hotel und fuhren die paar km zum Anfang des Bishop-Trails. Diesmal waren hier am Anfang keine Vögel oder sonstigen Tiere zu sehen. |
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Wir wanderten den insgesamt 1,5 km langen Trail, der sich zunächst steil bergab schlängelte. Immer wieder gab es Halteseile zum Festhalten. Wir hörten einiges Vogelgezwitscher, sahen aber höchstens mal einen Schatten sich im dichten Laub bewegen. Einige konnten wir trotzdem identifizieren: Spateldrongo (Lesser Racket-tailed Drongo), Malaienpfeifdrossel (Malayan Whistling-Thrush), Schwarzbrauen-Bartvogel (Black-browed Barbet). An einer Stelle sahen wir eine Ameisenstraße, wo zehntausende Ameisen über Stock und Stein in eine Richtung marschierten. |
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Ihre Spur verlief sich irgendwo im Dschungel, Ziel unbekannt. Plötzlich ein spitzer Schrei Tomokos. Was war passiert? Eigentlich nichts Schlimmes, sie entdeckte nur einen Leech, einen der hier zahlreich vorkommenden Blutegel, der munter an ihrem Hosenbein hochkrabbelte, um eine nackte Hautstelle zu finden. Auch ich entdeckte einige auf meinen Schuhen und meiner Hose, gerade noch rechtzeitig, bevor sie mit Blut saugen beginnen konnten. Das Licht im Dschungel war recht spärlich, immer wieder hörten wir fremdartige Laute, die wir nicht bestimmen konnten. Einmal vermuteten wir, dass es sich um Brüllaffen handeln könnte. Nach gut 1,5 Stunden erreichten wir das Ende des Trails, verließen den Dschungel und wanderten auf einer kleinen Straße zum Auto zurück. Dabei sahen wir einen Hopfkuckuck (Oriental Cuckoo) und mehrere Äffchen, die durch die Bäume turnten. |
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Am Auto angekommen, beschlossen wir, zum Jeriau Wasserfall zu fahren. Die unglaublich enge Straße führte über 4 km in zahlreichen Kurven zu einem kleinen Parkplatz. An jeder Kurve mussten wir hupen wegen eventuellen Gegenverkehrs. Glücklicherweise kam uns niemand entgegen. Vom Parkplatz ging es noch einen kleinen Fußweg 800 m bis zum Wasserfall. Dieser war nicht besonders spektakulär, vielleicht 8 m hoch. Einige Kinder badeten im Wasser. Da sich am Himmel plötzlich bedrohlich dunkle Wolken zeigten, gingen wir zurück und konnten noch ein paar besonders schöne Vögel beobachten: Graukehl-Mennigvogel (Yellow-throated Minivet), Würgerbreitrachen (Silver-breasted Broadbill), Brillenvogel (White-eye). Letzteren konnten wir leider nicht genauer bestimmen. |
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Wir hatten es gerade geschafft bis zum Auto, als es kräftig anfing zu regnen. Also fuhren wir unter ständigem Hupen bis zum Hotel zurück, das wir um 14:15 h erreichten. Da noch etwas Zeit war bis zum Nachmittags-Tee (ab 15:00 h), gingen wir aufs Zimmer und duschten. Dann wieder die obligatorische "Tee-Zeremonie", wegen Regens diesmal nicht auf der Terrasse sondern im Teezimmer. Danach fuhren wir nochmals los. Wir sahen eine ganze Affenfamilie sich über die elektrischen Stromleitungen bewegen. |
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Von da sprangen sie auf benachbarte Bäume. Leider hatte ich meine Videokamera im Hotel gelassen. Wir konnten noch ein paar Eichhörnchen sehen, bevor wir zum Abendessen zurück ins Hotel fuhren. Ich aß ein Beef Wellington, während Tomoko sich für Fisch entschied (Alaskan Cod). Der hatte beim Braten anscheinend etwas zu viel Fett aufgenommen, jedenfalls hatte Tomoko während der Nacht ziemlich heftige Magenbeschwerden. Insgesamt war das Essen allerdings hervorragend, mal eine willkommene Abwechslung zur asiatischen Küche. Gegen 21:30 h waren wir beide so müde, dass wir ohne Tagebuch zu schreiben ins Bett fielen und sofort einschliefen. |
Um 7:30 h standen wir auf. Das wiederum äußerst schmackhafte Frühstück nahmen wir diesmal auf der Terrasse ein. Nach anfänglichem Sonnenschein zogen dichte Nebelschwaden den Berg herauf und es fing an leicht zu tröpfeln. Wir konnten jedoch draußen sitzen bleiben. Anschließend machten wir uns auf zum "Hemmant-Trail", ein 1 km langer Dschungelpfad oberhalb des Golfplatzes. |
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Hier erwarteten uns zahlreiche Vögel : Kobaltblauschnäpper (Niltava), Malaienalcippe (Mountain Fulvetta), Malaienfächerschwanz (Pied Fantail), viele Schweiftimalie (Long-tailed Sibia), Spiegelhäherling (Chestnut-capped Laughingthrush), Graukehl-Mennigvogel m (Grey-chinned Minivet, Schwarkehl-Nektarvogel (Black-throated Sunbird), Siberohr-Sonnenvogel (Silver-eared Mesia), Roststirnschnäpper (Rufous-browed Flycatcher), Schwarzbauchkleiber (Blue Nuthatch), Südsee-Laubsänger (Mountain Leaf-Warbler), Strichelspinnenjäger (Streaked Spiderhunter), Bergschneidervogel (Mountain Tailorbird), Weißaugenbülbül (Cream-vented Bulbul). |
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Immer wieder fiel unser Blick auch auf schöne Blumen und andere tropische Pflanzen. Ein Blutegel tauchte auf meinem Schuh auf, den Tomoko fleißig mit Makro fotografierte. Die Anzahl der zu beobachtenden Vögel war teilweise so reich, dass man nicht wusste, wohin zuerst zu schauen. |
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